Spenden ist einer der fünf Wege, um sinnstiftend zu wirken. Die entscheidende Frage ist: Wie kann ich mit meiner Spende am meisten bewirken – also effektiv spenden?
Diese Frage hat uns Sjir Hoeijmakers in einer Session der School for Moral Ambition anschaulich erklärt. Vorneweg herzlichen Dank an die School für die interaktive Session, perfekt moderiert von Julia van Boven und Marijn Scheltens.
Das kann jede:r für das eigene Nettoeinkommen in wenigen Sekunden prüfen: mit dem „How rich am I?“-Rechner von Giving What We Can (GWWC).
Links zu den Quellen findest du übrigens unten im Abschnitt Quellen.
Dort ermöglichen kaufkraftbereinigte Daten aus dem Dollar Street Projekt von Gapminder einen Vergleich mit Haushalten weltweit. Kaufkraftbereinigt heißt: Es wird berücksichtigt, was man sich in einem Land mit dem Geld tatsächlich leisten kann.
Für die meisten ist es überraschend: Viele unterschätzen, wie reich sie im Vergleich zum Rest der Welt sind. Genau dieses Bewusstsein kann ein guter Startpunkt sein, um das Thema Spendenwirkung bewusster anzugehen.
Ein gespendeter Euro hat je nach Organisation eine sehr unterschiedliche Wirkung. Der gleiche Betrag kann – bei der richtigen Wahl – um ein Vielfaches wirksamer sein.
Kurz gesagt: Wirkung pro Euro ist das zentrale Prinzip.
Sjir hat das mit einem Bild veranschaulicht, das hängen bleibt. Für wen würdest du spenden: für Hunde im Tierheim oder Hühner in der Tierfabrik?
Die Antwort hat auch mich überrascht, deshalb habe ich nach der Quelle gefragt. Ein Beispiel (vereinfacht aus Studien zu Corporate Campaigns abgeleitet):
– Mit 1.000 EUR kann ich einen Hund retten oder 10.000 Hühner (über Maßnahmen, die das Leben vieler Tiere verbessern).
In der Session hat Rob Mather, der Gründer der Against Malaria Foundation, vier Prinzipien für effektive Spendenorganisationen vorgestellt:
Damit hat seine Organisation es geschafft, insektizid-imprägnierte Moskitonetze weltweit zu verteilen. Moskitonetze gehören zu den effektivsten Präventionsmaßnahmen gegen Malaria.
Im Buch „Moralische Ambition“ wird die spannende Geschichte von Rob von Rutger Bregman anschaulich vorgestellt.
Giving What We Can bietet einen Donation Pledge („Spenden-Versprechen“) an. Es gibt:
– den 10% Pledge (10% des Nettoeinkommens spenden)
– den Trial Pledge (für einen Zeitraum und mit geringerem Prozentsatz starten)
Der Punkt dabei: Menschen, die nicht nur spenden, sondern ein Versprechen abgeben, spenden im Schnitt mehr
Wenn sie das Versprechen teilen, verändert das auch, was als normal gilt. So beeinflussen sie die Spendenkultur um sich herum.
Ich habe nach der Session im Dezember einen Trial Pledge über 3% meines Nettoeinkommens für ein Jahr gegeben.
Die Summe habe ich im Dezember an unterschiedliche Organisationen gespendet; unter anderem auch 250 Euro an Mission to Marsh im Namen des Flow Discovery Myzels, also aller stillen und lauten Leser:innen, Kommentator:innen, Unterstützer:innen, Partner:innen und Kund:innen.
In Deutschland arbeitet u.a. Effektiv Spenden in Partnerschaft mit Giving What We Can.