Mein erstes Mal beim ICF Chapter in Karlsruhe: Impact durch Düfte.
Der neueste Podcast von Volker Busch (Hörempfehlung! – siehe Quellen unten) hat es mir auf der Hinfahrt prophezeit: Gehe einfach dorthin, wo du noch nie warst, und lass dich überraschen.
Die zwei Stunden mit Daniel Hogen sind im Nu verflogen. Er hat uns mit viel Leidenschaft in die Welt der Düfte geführt und mit konkreten Übungen gezeigt, wie wir Düfte im Coaching einsetzen können.
Ein Prinzip wurde gleich zu Beginn klar: Jeder Mensch empfindet den gleichen Duft unterschiedlich, von angenehm bis unangenehm. Und das ist gut so. So wie jeder Mensch einzigartig ist, so ist auch jede Duftwahrnehmung einzigartig. Im Coaching nutzen wir natürlich die Düfte, die für den Klienten angenehm sind. Nur dann entfaltet ein Duft seine Wirkung. Übrigens: Die Nase kann in der Größenordnung von einer Billion Duftreize unterscheiden!
Der Riechsinn ist älter als der Mensch, viel älter als die Sprache und als Sinn unterschätzt. In unseren Sprichwörtern zeigt sich seine Bedeutung: „In etwas reinschnuppern“, „Das stinkt zum Himmel“ oder „Jemanden nicht riechen können“.
Düfte bieten einen direkten Zugang zu Emotionen und Erinnerungen. Sie wirken in Millisekunden. Damit eignen sie sich hervorragend als Impact-Technik im Coaching. Impact-Techniken sind kurze, erlebnisorientierte Interventionen, die stärker wirken als Sprache allein: Bilder nutzen, physische Gegenstände einbeziehen, den Körper bewegen oder eben Düfte einsetzen.
Daniel verwendet Düfte, die Konzentrate aus Pflanzenteilen sind. Ob in Wurzeln, Rinden, Blüten, Blättern oder Fruchtschalen: Überall finden sich Duftquellen in der Natur. Und der Duft einer Rose variiert je nach Standort oder Jahr. Wenn wir Düfte anwenden, ändert sich die Wirkung im Lauf der Zeit. Nähe und Distanz zur Nase spielen ebenfalls eine Rolle. Es ist auch immer die Frage, wo sich jemand gerade befindet und ob ein Duft zu einer bestimmten Zeit eher aktivierend oder beruhigend wirkt. So wie es die Pflanzenheilkunde gibt, gibt es auch die Aromaheilkunde. Der Begriff Aromatherapie ist eher Ärzten vorbehalten. Daniel bevorzugt den Begriff „Aroma-Kunde“ oder „Aroma-Coaching“ für sein Wirken.
In der geführten Meditation „Waldbaden“ haben wir uns von den Klängen des Waldes führen lassen, begleitet von einem Nadelholzduft an einem Duftstreifen. Ich hatte die korsische Laricio-Kiefer ausgewählt. Zusammen mit einer bewussten Atemtechnik sorgt dies für einen ruhigen Zustand des Gehirns. Das ist gerade am Anfang eines Coachings wichtig, wenn der Klient von einem aufgewühlten Tag in die Session kommt.
Übrigens benötigt man als Coach nur wenige Düfte, um durchzustarten. Daniel hat uns das in seinem Workshop gezeigt: Mit Rosenhydrolat und einer Duftmischung als Spray hat er den Raum im Impact Hub Karlsruhe vor unserer Ankunft in einen Ort der guten Laune verwandelt.
Herzlichen Dank für den wirkungsvollen Abend an Daniel Hogen, an Nicole Gerstner und Michael Zeller für das Vorbereiten, an Torsten Schmidt für die Bilder sowie an alle Teilgebenden für einen gelungenen Abend. Ich verbinde die Erinnerungen an diesen Abend jetzt mit dem Grapefruit-Duft, den wir bei der abschließenden Übung „Die Macht der angenehmen Erinnerungen“ verwendet haben.
Volker Busch hat Recht behalten: Lass dich überraschen, und du wirst reich beschenkt.
Daniel bietet Seminare an, um tiefer in die Welt der Düfte einzusteigen. Schaut gerne vorbei. Ich kann es empfehlen.